Kinder und Jugendliche sind am Gumpigen im Treff

Kickern, Billard und Wii spielen, Freunde treffen und sich aufwärmen: Der Kinder- und Jugendtreff in der ehemaligen Osteria hat zum ersten Mal eine Kinderbetreuung für zehn- bis vierzehnjährige am Gumpigen Donnerstag angeboten. „Wir sind von verschiedenen Seiten angesprochen worden, ob wir eine Betreuung machen können. Uns wurde gesagt, dass es viele Familien gibt, die gerne ein solches Angebt für ihre Kinder möchten“, sagt CJD-Jugendsozialarbeiter Yauhen Lukashevich. Von 12 bis 14 Uhr hatte der Treff daher geöffnet. Das Angebot sei gut angenommen worden und habe sich rumgesprochen. „Es ist eine gute Alternative zum draußen rumlaufen. Hier können die Kinder und Jugendlichen im Warmen spielen und sind unter sich“, sagt Lukashevich. Es sei für ihn und die beiden anderen CJD-Mitarbeitenden auch eine Möglichkeit, um mit den Mädchen und Jungen ins Gespräch zu kommen. „Ich stelle hier auch das Projekt Wika vor und rede mit den Jugendlichen über das Thema Alkohol“, sagt Lukashevich.

 

Das hatte er auch bereits am Vormittag mit einem Kollegen am Schulzentrum in Aulendorf gemacht. Denn am Gumpigen Donnerstag ist die Schule ein beliebter Treffpunkt von ehemaligen Schülern der Werkreal- und Realschule. „In den vergangenen Jahren hat es dabei immer wieder Konflikte gegeben. Wir müssen daher den ehemaligen Schülern etwas bieten, so dass es für alle erträglich ist“, sagt Lukashevich. Daher war der Jugendtreff am Schulzentrum in diesem Jahr für die Ehemaligen geöffnet. Bereits im letzten Jahr hatte Lukashevich mit diesem Angebot gut Erfahrungen gemacht. Rund 35 Jugendliche im Alter von 16 bis 23 Jahren seien gekommen. „Da ich durch meine Tätigkeit in Aulendorf viele schon kenne, hatte ich gute Gespräche. Es ist für mich spannend zu sehen, dass eine Entwicklung da ist. Die Jugendlichen sagen, dass sie jetzt keinen Ärger mehr machen wollen“, erzählt er. Viele machen jetzt eine Berufsausbildung. Einige hätten mit ihm auch über das Thema Bewerbung geredet. Auch über den Alkoholkonsum hat Lukashevich mit den ehemaligen Schüler gesprochen. „Ich habe sie gefragt zu welchen Gelegenheiten sie Alkohol trinken“, sagt Lukashevich. Auffallend sei gewesen, dass eine Vielzahl sagte, dass sie auf Familienfeiern Alkohol trinken. Der Jugendsozialarbeiter möchte mit dem Projekt Wika –„Wir können anders“ nicht belehren, sondern aufklären.

 

Das Projekt ist in Aulendorf vor rund vier Monate angelaufen. Seit Oktober sind die CJD Mitarbeitende Hosea Hallmann und Yauhen Lukashevich im Rahmen des Projektes Wika beschäftigt. Insbesondere die aufsuchende Arbeit seien derzeit die prägenden Themen.

 

„Das Thema Prävention der Gewalt und der Kriminalität bei den Jugendlichen ist in diesem Projekt ganz groß. Auch das Alkoholverhalten der Jugendlichen und alkoholbedingte Jugendgewalt sind Thema“, sagt Lukashevich. Die risikokompetente Prävention ziele darauf ab, gemeinsam mit Jugendlichen Rausch- und Risikobalance zu entwickeln. „Im internationalen Diskurs zeigt sich daher die Tendenz, statt der Minimierung von Rausch- und Risikosituationen eine Optimierung des Verhaltens zu erreichen. Der Ansatz wird derzeit aktiv im Rahmen des Projektes erprobt“, sagt Lukashevich.

 

„Bisher haben wir den Jugendlichen Angebote ermöglicht. Hierzu haben wir in Kooperation mit dem Schulzentrum Aulendorf für die Schüler und Schülerinnen die Teilnahme an KlarSicht-Mitmachparcours organisiert“, erzählt Lukashevich. Die Jugendlichen bekamen interaktive Informationen zu den legalen Suchtstoffen Tabak und Alkohol vermittelt, um ihr Genuss- und Konsumverhalten gesundheitsförderlich zu gestalten. Insgesamt nahmen 17 Jugendliche daran teil. „Auch solche Themen wie die Förderung der Zivilcourage bei den Jugendlichen, diverse Sportangebote und das Motivieren der Jugendlichen für das Ehrenamt stehen auf der Agenda“, sagt Lukashevich.

 

Zudem fand am 13. Februar vormittags in der Werkrealschule, passend zum Fasnet, das Angebot „Mädchen Sucht Junge“. An diesem Tag haben rund 25 Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse die Gelegenheit, sich mit dem Baustein Alkohol prophylaktisch auseinanderzusetzen. Das Seminar ist mit dem Leitgedanken „Nicht übertreiben“ zu Ende gegangen.

 

„Das Netzwerk mit der Stadt, den Schulen, der Polizei, dem AKA, Jugendausschuss, Jugendmigrationsdienst, Kirchen und vielen anderen Institutionen und Organisation ist längst zusammen gewachsen und wird kontinuierlich weiter entwickelt“, freut sich Lukashevich. „Wir stellen uns gern den Herausforderungen und begleiten die Entwicklungsprozesse in der offenen Jugendarbeit in Aulendorf mit.“